Department Kunstwissenschaften
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The Fairy Queen – Hintergrundinformationen zu Gattung und Entstehung der Semi-Oper

27.06.2016

Mit The Fairy Queen schreibt der britische Barockkomponist Henry Purcell (1659–1695) 1692 ein Stück auf Basis von William Shakespeares Sommernachtstraum, das mit vier weiteren Bühnenwerken Purcells die Gattung der sogenannten Semi-Oper begründet. Purcell, der als Pionier dieser Gattung zu nennen ist, legte mit seinen Kompositionen nicht nur den Grundstein für die spätere Barockoper in England, sondern schrieb durch seine Werke auch die typischen Merkmale der britischen Semi-Oper fest.

In The Fairy Queen wird die Handlung des Stückes gattungstypisch vor allem in Sprechdialogen entwickelt. Arien, Soli und musikalische Teile mit Chören dienen hierbei als Kommentar und emotionaler Transmitter des Gesprochenen. Die Darsteller selbst traten übrigens nicht nur gleichzeitig als Sänger und Schauspieler auf, auch ihre tänzerischen Fähigkeiten waren gefordert: Zu instrumentalen Zwischenspielen wurden verschiedene Tänze aufgeführt. So entstand eine abwechslungsreiche Mischung aus Bühnenmusik und Maskenspiel sowie Dichtung und Tanz, die in Kombination mit aufwendigen Kostümen und raffinierter Bühnentechnik für ein Gesamtwerk höfischer Abendunterhaltung sorgte.

Neben der sehr freien Kürzung der Originalkomödie von Shakespeare, die sich der unbekannte Librettist wohl nur deshalb erlauben konnte, weil das Londoner Opernpublikum mit Shakespeares Originalwerk bestens vertraut war, hebt das von Purcell verwendete Libretto vor allem die Rolle der Feenkönigin Titania hervor. Deren solistische Auftritte gliedern das gesamte Stück. Durch Unterbrechungen der Haupthandlung und Ergänzungen mit neuen Handlungssträngen liefert Purcells Semi-Oper eine eigene Lesart der Shakespeareschen Vorlage.

 

Raphael Eckardt