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Bleiberecht für Pouya!

IMG_0386Der Musiker Ahmad Shakib Pouya, Hauptdarsteller bei ZAIDE. EINE FLUCHT., ist am 20.1.2017 zusammen mit Albert Ginthör, nach Kabul aufgebrochen. Mit dieser "freiwilligen" Ausreise ist er seiner Abschiebung zuvorgekommen.

Die Schauburg, das mit den Münchner Kammerspielen und der Otto-Falckenberg-Schule assoziierte Kinder- und Jugendtheater der Stadt München, hat Pouya die Hauptrolle des Ali in einer Neuproduktion von Rainer Werner Fassbinders "Angst essen Seele auf" angeboten. Probenbeginn ist am 15.März 2017, die Premiere am 22. April. Diese Woche hat Pouya einen Termin bei der Deutschen Botschaft in Kabul und hofft, mit einem Künstlervisum nach Deutschland zurückkehren zu können.

Zur Unterstützung von Pouya in Afghanistan wurde ein Spendenkonto eingerichtet.

PETITION FÜR EIN DAUERHAFTES BLEIBERECHT FÜR POUYA

Überblick über die überwältigende Presseresonanz für ein Bleiberecht von Pouya! 

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Pressemitteilungen (Auswahl)

Weitere Infos zur Person: Ahmad Shakib Pouya

Ahmad Shakib Pouya ist gebürtiger Afghane und hat eine Ausbildung als Zahnarzt und Krankenpfleger. Durch seine liberale, pro-westliche Einstellung und die Arbeit in einem französischen Krankenhaus in Kabul machte er sich für die Taliban verdächtig. Seine Situation wurde immer prekärer. Am Ende sah er keine andere Möglichkeit, als aus Afghanistan zu fliehen. Er lebt nun schon seit gut sechs Jahren in Deutschland und spricht die Sprache ausgezeichnet. Gemeldet ist Pouya in Augsburg. Dort brachte sich der begabte Musiker bald in die Kunst- und Kulturszene ein – als Sänger einer von ihm gegründeten Band, als Künstler bei der Gestaltung und Inneneinrichtung des Grandhotel Cosmopolis oder als Schauspieler beim Jungen Theater Augsburg.

Im Sommer 2015 gab es eine weitere entscheidende Wende in Pouyas Leben. Er wurde Mitglied im Ensemble von ZAIDE. EINE FLUCHT., die im August 2015 in Kooperation mit dem Theater Augsburg und dem Augsburger Hohen Friedensfest Premiere hatte. Er übernahm in dem Stück eine der Hauptrollen, Gomatz, und komponierte auch das Eröffnungslied für diese ungewöhnliche Mozart-Inszenierung.

Bei einem Zuflucht Kultur-Konzert kam er in Kontakt mit der IG Metall in Frankfurt am Main. Dort hinterließ er einen solchen Eindruck, dass die Gewerkschaft ihm einen Job in der neu gegründeten Beratungsstelle für Flüchtlinge anbot. Mangels Arbeitserlaubnis konnte er dort nur ehrenamtlich tätig werden – was seiner Motivation und seinem Einsatz keinen Abbruch tat. Seit Januar 2016 hat er sich in seiner neuen Position unentbehrlich gemacht – denn neben Deutsch spricht Pouya Farsi, Urdu, Paschtu, Hindi und Englisch. Alles schien auf einen glücklichen Verlauf hinzudeuten – der Erhalt der Arbeitserlaubnis unmittelbar bevorzustehen. Doch im Sommer 2016 wurde Pouya der Duldungsausweis entzogen und er bekam lediglich ein Duldungsschreiben, das alle vier Wochen verlängert werden musste.

Seine persönliche Lage hat sich nun noch einmal verschärft: Durch die neuen gesetzlichen Grundlagen für beschleunigte Ausweisungsverfahren steht Pouya jetzt unmittelbar vor der Abschiebung in sein Herkunftsland, in dem er um sein Leben fürchten muss. Und dies obwohl die Härtefallkommission des Bayerischen Landtags noch nicht über seinen Fall entschieden hat.

Nicht nur tritt er mit dem Chor Zuflucht immer wieder bei politisch-sozialen Anlässen auf. Dank seiner exzellenten Deutschkenntnisse war er im bewegten Herbst 2015 auch ein wichtiger Gesprächspartner in den Medien, darunter in der Talkshow von Markus Lanz und in der ZDF-Live-Show Menschen auf der Flucht. Deutschland hilft von Johannes B. Kerner.

Letztlich kann unser Anliegen jedoch niemand besser in Worte fassen als Pouya selbst. Was er dem Bundespräsidenten persönlich sagte, als er mit Zuflucht Kultur beim Bürgerfest auf Schloss Bellevue 2015 auftrat:

„Lieber Herr Gauck, eigentlich sollte ich hier Musik machen, ich spiele nur kurz, weil ich Ihnen aus vollem Herzen sagen möchte: Ich habe Ihre Sprache gelernt, Ihre Kultur kennengelernt, bitte nehmen Sie mich auf, ich möchte Steuern zahlen und Teil dieser Gesellschaft sein.“

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