Elektronische Bild- und Klangforschung
Bewegte Bilder sind längst nicht mehr nur im Kino oder im Fernsehen zuhause. Sie sind ihren rechteckigen Begrenzungen entstiegen um öffentliche, frequentierte Räume und Plätze aufzusuchen, sei es als „Club Visuals“, als „Videotapete“ oder als „VJ’ing“. Technisch ist die Bestückung unserer urbanen Umwelt mit Projektionen und LED-Screens weit vorgedrungen. Viele Gründe für die Kunstpädagogik, vom Videoschnittplatz im universitären Keller aufzubrechen in die Welt, wo Videobilder interaktiv und öffentlich werden.
VJ’ing und Live Visuals sind visuelle Kunstformen, in denen Video- und Computerzuspielungen in Echtzeit gemischt und projiziert werden. Die VJane oder der VJ reagiert dabei unmittelbar auf Musik, Ambiente und Publikum. Während Performance und Präsentation sich beim VJ’ing stets auf eine konkrete Klang- und Raumsituation beziehen, sind Inhalte, Techniken und Design sehr offen angelegt und regen zum künstlerischen Experimentieren an. Das Medium Video ermöglicht auf diese Weise Malerei mit Licht und die visuelle Interpretation von Musik in den Dimensionen Fläche, Raum und Zeit.
Seit 2000 leitet das Medienlabor Video am Institut für Kunstpädagogik eigene Projektgruppen in VJ'ing an. Aus diesen Pilotprojekten der beiden Dozenten Peter Becker und Daniel Botz – beide seit langem aktiv im VJ-Team Highflyer – haben sich inzwischen eigenständige Teams gebildet, die regelmäßig Medienkunst- und Musikveranstaltungen von Avantgarde bis Club bestreiten und zum Teil selbst organisieren. Außerdem haben Studierende des Medienlabors mit Live-Projektionen und Videoclip-Produktionen seitdem an zahlreichen Events mitgewirkt, sowohl innerhalb der LMU, als auch außerhalb. Charakteristisch für die didaktische Ebene ist dabei ein Aufbrechen der klassischen Trennung von Lehrenden und Lernenden hin zum offenen, prozessorientierten Austausch zwischen den Agierenden – Studenten wie Dozenten. Auf diese Weise ist ein erfolgreiches Kooperationsmodell entstanden, das multimediales Gestalten in höchst authentischen Kontexten ermöglicht.